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Sozialplanverhandlungen beim Bonner General-Anzeiger sind abgeschlossen

Sozialplanverhandlungen beim Bonner General-Anzeiger sind abgeschlossen

dju Bezirksfachgruppe Bonn

Die Sozialplanverhandlungen beim Bonner General-Anzeiger sind abgeschlossen. Dem Betriebsrat ist es mit Unterstützung von ver.di gelungen, die Konditionen für die 46 gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend zu verbessern. Vor allem die Abfindungssummen sind nach zähen Verhandlungen in der Einigungsstelle am Ende fast drei Mal so hoch ausgefallen wie das erste Angebot des Arbeitgebers. „Mit dem, was wir jetzt für die Kolleginnen und Kollegen erreicht haben, können wir sehr zufrieden sein“, sagt Imke Habegger, Vorsitzende des Betriebsrats im Bonner General-Anzeiger. Der Betriebsrat hat auch seine Forderung durchgesetzt, für die Entlassenen eine Transfergesellschaft einzurichten. Sie ist jetzt so ausgestattet, dass Kolleginnen und Kollegen, die das wollen, für den Arbeitsmarkt angemessen qualifiziert werden können.

Der General-Anzeiger Bonn hatte am 14. März 2016 sein Druckzentrum geschlossen und den Druck der Zeitung nach Koblenz vergeben. Zum 31. März wurden insgesamt 46 Mitarbeitern/innen die Kündigung ausgehändigt, alle wurden freigestellt. Die Bezahlung während der Freistellung hat der Betriebsrat in den Sozialplanverhandlungen ebenfalls verbessern können.

Nicht allein der Betriebsrat hat für einen guten Sozialplan gekämpft, auch die Belegschaft hat mit dazu beigetragen, dem Arbeitgeber klarzumachen, dass sie sich nicht ohne weiteres abschieben lässt. Die Gewerkschaft ver.di hatte am vorletzten Drucktag am Standort Bonn zu einem Warnstreik aufgerufen. Außerdem  hat ver.di die Belegschaft bei einer Kundgebung in der Bonner Innenstadt unterstützt und mit einer Soliseite im Internet, auf der die Bonnerinnen und Bonner ihr Missfallen über die Schließung des GA-Druckzentrums ausdrücken konnten. „Ohne den Druck der Belegschaft und ohne die Öffentlichkeitsarbeit hätte der Betriebsrat bei den Verhandlungen nicht so viel für die Kolleginnen und Kollegen erreichen können“, sagt Stephan Otten, ver.di-Gewerkschaftssekretär im Bezirk Köln/NRW-Süd. Wieder einmal sei der Beweis erbracht, dass Belegschaften, die gut organisiert zusammenstehen, auch etwas erreichen können, und sei es auch nur ein vernünftiger Sozialplan.

15. April 2016