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Altmeppen übernimmt Emsdettener Volkszeitung und k+s

Altmeppen übernimmt Emsdettener Volkszeitung und k+s

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Der Konzentrationsprozess in der Zeitungslandschaft des Münsterlandes schreitet in schnellen Schritten voran. Am Donnerstag (18. September) wurden die Redaktionen darüber informiert, dass der Verlag Altmeppen in Rheine, der die Münsterländische Volkszeitung (Verkaufte Auflage laut IVW 18.223 Exemplare – 2. Quartal/2014) herausgibt, zum 1. November 2014 die Emsdettener Volkszeitung übernehmen wird; und dass er zudem noch das in Münster und im Umland erscheinende Anzeigenblatt kaufen+sparen gekauft hat.

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Die Emsdettener Volkszeitung (Verkaufte Auflage laut IVW 7.305 Exemplare – 2. Quartal/2014) wurde bislang vom Verlag Lensing Wolff (u.a. Ruhr Nachrichten) in Dortmund herausgegeben. Der jedoch zieht sich jetzt nahezu komplett aus dem Münsterland zurück. Nachdem schon über Monate die Spekulationen ins Kraut schossen, wurde Anfang August bekanntgegeben, dass die Ausgaben der Münsterschen Zeitung in Münster, Greven und Steinfurt im Rahmen einer Sanierungsfusion an den Verlag Aschendorff übergehen sollen. Zu diesem Verkauf hat das Bundeskartellamt mittlerweile Anfang September seine Zustimmung gegeben.

Noch Ende der 80er-Jahre wurden um den Zeitungsmarkt in Emsdetten heftige Kämpfe ausgetragen. Für einen stolzen Betrag von diversen Millionen D-Mark, der aber nie offiziell bestätigt wurde, kaufte Lensing-Wolff die Emsdettener Volkszeitung. In einem Text von Zeit-Online war mit Bezug auf den Verleger Hellmuth Bednara aus Dülmen zu lesen, dass 9,9 Millionen D-Mark den Besitzer wechselten. Ohne Immobilien, ohne technische Ausstattung, nur für den Titel mit einer Auflage von 7.388 Exemplaren - so stand es seinerzeit Schwarz auf Weiß.

Es dauerte nicht lange, und die Verlage Aschendorff und Altmeppen brachten mit dem Emsdettener Tageblatt eine Konkurrenzzeitung auf den Markt. Das waren goldene Zeiten für die Lesern, denn die Abo-Preise sanken bis auf 14,90 Mark für das Monatsstück, während die Zeitung gleichzeitig immer dicker wurde. Der "Zeitungskrieg" im sonst so beschaulichen Münsterland endete 2001 mit der Einstellung des Emsdettener Tageblattes.

Wie und mit welchem Aufwand die Emsdettener Volkszeitung nach dem Kauf weiterbetrieben werden soll, dazu stehen verbindliche Aussagen von der Verlegerin der Münsterländischen Volkszeitung, Britta Altmeppen-Rekers, noch aus.

Der Verleger Lambert Lensing-Wolff gibt im Münsterland somit am dem 1. November nur noch die Münsterland-Zeitung heraus, die in Ahaus, Vreden, Stadtlohn, Ledgen und Südlohn erscheint. Doch angesichts der Enklavenlage des Verbreitungsgebietes wird vermutlich auch dieses Engagement nicht mehr von großer Dauer sein. Die ansässigen Verleger werden gewiss schon ein Auge auf dieses letzte Überbleibsel des Lensing-Wolff-Imperiums im Münsterland geworfen haben.

Bleibt die spannende Frage: Welche Ziele verfolgt der Verlag Altmeppen aus Rheine mit dem Kauf von kaufen+sparen in Münster? Auf der eigenen Homepage wird bei kaufen+sparen immerhin noch von einer verbreiteten Auflage von 110.000 Exemplaren geschrieben. Parallel gibt der Verlag Aschendorff (Westfälische Nachrichten) in Münster und im Umland das Anzeigenblatt Hallo heraus. Ein "Zeitungskrieg" zwischen zwei Anzeigenblätter ist zwischen den Verlagen Altmeppen und Aschendorff nicht zu erwarten, die in der ZGM (Zeitungsgruppe Münsterland) zusammengeschlossen sind. Bleibt die Frage nach den Motiven des Kaufes ausgerechnet durch einen Verleger aus Rheine.

21. September 2014

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