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Neue Arbeitsverträge nicht unterschreiben!

Neue Arbeitsverträge nicht unterschreiben!

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Der Verlag Aschendorff, der die Westfälischen Nachrichten herausgibt, will ab dem 1. Januar 2015 seine Redakteurinnen und Redakteure nicht mehr kollektiv nach dem bundesweit geltenden Flächentarifvertrag bezahlen. Stattdessen sollen etwa 100 Beschäftigte in den Redaktionen bis zum 15. November individuelle Arbeitsverträge unterschreiben, mit denen sie Verschlechterungen bei der Bezahlung und einer Verlängerung der Arbeitszeit zustimmen sollen.

Die Journalistengewerkschaften dju in ver.di und DJV hatten am Montagabend die Belegschaft der Westfälischen Nachrichten zu einer Informationsveranstaltung in die Speicherstadt nach Coerde eingeladen. Das Thema: Das Sparkonzept Redaktion 2015. Mit diesem drohe ein Faß ohne Boden aufgemacht zu werden, hiess es auf der Veranstaltung. Wer jetzt nachgebe, müsse möglicherweise zukünftig weitere Verschlechterungen in Kauf nehmen. 

Die Gewerkschaftsvertreter Anja Zimmer, Christian Weihe (DJV NRW), Christof Büttner und Ute Eggert (dju in ver.di) rieten dringend davon ab, die neuen Arbeitsverträge zu unterschreiben. Die Praxis, über die Gewerkschaften Gehalts- und Manteltarifverträge verhandeln zu lassen, habe sich in der Vergangenheit bewährt. Mit dem Unterzeichnen individueller Arbeitsverträge gerate jeder Arbeitnehmer in eine taktisch deutlich schlechtere Position. "Dann ist jeder nur noch auf sich allein gestellt". Es sei "unfaßbar", wenn der Arbeitgeber "unverhohlen mit betriebsbedingten Kündigungen drohe", für den Fall, dass die neuen Arbeitsverträge nicht unterschrieben würden. Dafür fehle jegliche rechtliche Grundlage.

Am 12. und 13. November soll es noch eine Teil-Betriebsversammlung zum Sparkonzept Redaktion 2015 und ein Gespräch der Gewerkschaften mit der Geschäftsleitung geben.

28. Oktober 2014

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