dju OWL

Rege Beteiligung an Fragebogenaktion der dju OWL

Rege Beteiligung an Fragebogenaktion der dju OWL

dju Ostwestfalen-Lippe

Der Zeitungswissenschaftler Horst Röper hat es in wenige Worte gefasst: "Was wir in der Tagespresse erleben, ist Selbstverstümmelung." Die Stimmung in der Branche ist schlecht. Verlagsmanager überbieten sich in düsteren Prognosen. Dabei nehmen sie billigend in Kauf, den Ruf der Tageszeitungen grundlegend zu beschädigen. Sie reden sich selbst fahrlässig den Untergang herbei. Eines der Ziele ist sicherlich, von eigenem Fehlverhalten abzulenken. Gleichzeitig sollen die Beschäftigten zu unentgeltlichen Mehrleistungen gepresst werden, um den Eigentümern vieler Zeitungshäuser weiterhin zweistellige Umsatzrenditen zu sichern. Zur Jahresmitte kann der Gehaltstarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen gekündigt werden. Die dju Ostwestfalen-Lippe hat die Journalisten in der Region gefragt, welche Themen in der kommenden Tarifauseinandersetzung wichtig sein sollen.

Grafik 1: Spitzenwert für das Haller Kreisblatt bei der Fragebogenaktion der dju OWL. dju OWL Grafik 1: Spitzenwert für das Haller Kreisblatt bei der Fragebogenaktion der dju OWL.

Der Zeitraum zwischen dem 6. und 15. Februar, in dem die Fragebogen (PDF-Datei, 54 kB) ausgefüllt werden sollten, war denkbar knapp gewählt. Nicht einmal zwei Wochen standen zur Verfügung, um die Formulare  zurückzuschicken. Dass dies letztlich fast 43 Prozent (Grafik 1) der gut 400 festangestellten Tageszeitungs-Journalistinnen und -Journalisten der Region gemacht haben, kann wohl als deutlicher Beleg dafür gewertet werden, welch' erhebliche Bedeutung sie ihrer Arbeit und auch ihrem beruflichen Umfeld beimessen. Pauschalisten und freie Mitarbeiter, obwohl ebenfalls aufgerufen, haben sich nur in geringer Zahl an der Umfrage beteiligt.

Die große Beteiligung der Redakteurinnen und Redakteure lässt keinen Zweifel daran, dass die Ergebnisse repräsentativ für die Stimmung in den Betrieben sind. Freie haben sich nur in geringem Umfang an der Umfrage beteiligt (Grafik 2). Ebensowenig gibt es verlässliche Zahlen darüber, wie groß der Anteil der befristet Beschäftigten (hierzu zählen auch die Volontärinnen und Volontäre) in den Redaktionen in Ostwestfalen-Lippe ist, so dass nicht abgeschätzt werden kann, ob sie repräsentativ an der Umfrage beteiligt sind.

Grafik 2: An der Umfrage haben sich in überwiegender Zahl Redakteurinnen und Redakteure beteiligt. dju OWL Grafik 2: An der Umfrage haben sich in überwiegender Zahl Redakteurinnen und Redakteure beteiligt.

Spitzenreiter bei der Beteiligung sind die Kolleginnen und Kollegen des Haller Kreisblattes. Die geringste Teilnahmequote gibt es bei der Lippischen Landes-Zeitung. Dies dürfte vor allem organisatorischen Problemen bei der Verteilung der Fragebogen geschuldet sein, was letztlich auch diese Auswertung verzögert hat. Es schmälert indes nicht die Aussagekraft der Umfrage. Die Tendenz bei den Antworten für die wichtigsten Themen ist ähnlich, gleichgültig wie viele Fragebogen (PDF-Datei, 54 kB) aus den Verlagen im Einzelnen zurückgeschickt wurden.

Im Fragebogen war bei den Themen auf alle wertenden Adjektive verzichtet worden. Das Spektrum der 19 Fragen reichte von grundlegenden politischen Forderungen, wie der Abschaffung des Tendenzschutzes bis zur Ausrüstung am Arbeitsplatz mit technischen Hilfsmitteln wie Handy und Dienstparkplatz. Stichworte waren auch die Vergütung von Onlinearbeit, Regelungen für Pauschalisten und Freien, wie auch Leiharbeit, Urlaubstage, Schichtzuschläge,  Zeitverträge und die Arbeitszeit.

Grafik 3: 189 Fragebogen wurden ausgewertet. Hier die Anteil nach Verlagen. dju OWL Grafik 3: 189 Fragebogen wurden ausgewertet. Hier die Anteil nach Verlagen.

Die jeweils gleichen Fragen sollten in zwei Formen beantwortet werden. In der ersten Variante ging es darum, aus den 19 Möglichkeiten die Kern-Themen zu benennen, die im Vordergrund der kommenden Tarifauseinandersetzung stehen sollten. In einem zweiten Schritt sollten jeweils alle 19 Fragen nach ihrer Bedeutung benotet werden. Dies lässt Rückschlüsse zu auf eine langfristige Wertorientierung, die über die aktuelle Tarifauseinandersetzung hinausgeht.

Neben den den inhaltlichen Fragen war darum gebeten worden mitzuteilen, ob und welcher Berufsorganisation der Beantworter angehört und für welches Unternehmen sie oder er tätig ist. Zudem gab es die Möglichkeit, weitere Themen zu benennen und persönliche Anmerkungen hinzuzufügen.

Insgesamt wurden 189 Fragebogen zur Auswertung zurückgegeben, wobei die Mehrzahl von den beiden Unternehmen Neue Westfälische und Westfalen-Blatt kamen (Grafik 3) - entsprechend ihrer größeren Mitarbeiterzahl gegenüber der Glocke, dem Haller Kreisblatt, der Lippischen Landes-Zeitung und dem Mindener Tageblatt.

. . . und hier nun die Antworten

28. Mai 2013

  1. Einleitung: Rege Beteiligung an Fragebogenaktion der dju OWL
  2. Überblick: Höchster Stellenwert für Tarifbindung und Tariftreue
  3. Gewerkschaft: Nur geringe Unterschiede zwischen dju- und DJV-Mitgliedern
  4. Zeitungsverlag: Gemeinsame Richtung, aber zahlreiche Eigenheiten
  5. Jeder für sich: Einzel-Auswertung nach Unternehmen