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Der Neuen Westfälischen fehlt Antrieb im Druckhaus

Der Neuen Westfälischen fehlt Antrieb im Druckhaus

dju Ostwestfalen-Lippe

Etwas verschämt - auf der fünften Seite -  erklärt die Neue Westfälische in ihrer heutigen Ausgabe (19. September), warum sie über mehrere Tage auf zahlreichen Seiten nur schwarzweiß gedruckt wurde. "Ein elektrischer Antrieb an der Rotation war defekt." Immerhin hatte die Tageszeitung erst 2011 ihre neue Rotation offiziell in Betrieb genommen. Die hatte 25 Millionen Euro gekostet. Gleichzeitig war zur 200-Jahr-Feier der Ursprünge des Verlages eingeladen worden. Ehrengast war damals der Kurzzeit-Bundespräsident Christian Wulff.

Küster-Pressedruck, Druckerei der Neuen Westfälischen dju OWL Druckhaus der Neuen Westfälischen

Jetzt aber gab es gleich mehrere Pannen. Erst durchtrennte ein Bagger in einer Nachbarstraße des Druckhauses im Bielefelder Stadtteil Sennestadt die Glasfaserleitung zum Verlagssitz in der Innenstadt. Da es keine andere Verbindung gab, musste kurzfristig eine Lösung über das Mobilfunknetz improvisiert werden. Das immerhin gelang, so dass die Leser am kommenden Tag zwar einen Hinweis auf Probleme im Blatt fanden, aber die Zeitung selbst ohne erkennbare Änderungen im Briefkasten.

Wenige Tage später dann gab es erneute Informationen für die Leser. Diesmal zeigte die Rotation Ausfallerscheinungen, auf der auch das Haller Kreisblatt gedruckt wird. Es konnten nicht mehr alle Seiten in Farbe gedruckt werden. Auch die gewohnte Reihenfolge der Ressorts geriet durcheinander, wohl um Farbanzeigen bevorzugt drucken zu können. Neue Technik scheint nicht nur beim Automobilbau für neue und offensichtlich schwer zu ortende Probleme zu sorgen.

"Der Fehler konnte jetzt lokalisiert und behoben werden", heißt es nach Tagen. Aufschlussreich die Zusatzinfo: "Da sich die Ersatzteilbeschaffung sehr zeitaufwenig gestaltet hat, sind wir der Druckerei der Westdeutschen Zeitung in Wuppertal sehr dankbar, die uns mit einem passenden Antrieb ausgeholfen hat." Was für ein Zufall. Der Technische Leiter der NW-Druckerei J. D. Küster Nachf. + Presse-Druck GmbH & Co. KG hatte zeitweilig für den Verlag W. Girardet gearbeitet, Herausgeber der Westdeutschen Zeitung. Da waren wohl alte Kontakt besser als neue Technik.

19. September 2014

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