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Das Potenzial der Datenspuren, die wir hinterlassen

Das Potenzial der Datenspuren, die wir hinterlassen

dju Ostwestfalen-Lippe
Medienpolitische Tagung im IMK Lage-Hörste 2014 © Susanne Stracke-Neumann .

Vierte Medienpolitische Tagung der dju in ver.di hat im Institut für Bildung, Medien und Kunst (IMK) Lage-Hörste zum Thema "Journalismus in vernetzten Zeiten: Alle hören mit - und wen interessiert's?". Zum Auftakt sprach Thilo Weichert, der Datenschützer Schleswig-Holsteins, über "NSA, Google und Co.: Wie steht es um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung?"

Weltumspannende, private Digitalkonzerne erfassen lückenlos das Alltagsleben ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Trotz der Sorge um ihre eigene Privatsphäre ist die große Masse der Bürgerinnen und Bürger bereit, sich auf Facebook, Apple und Google mit Leidenschaft einzulassen. Warum geben wir in sozialen Medien vielfach private und teilweise sogar intime Informationen über uns preis? Und was passiert in unseren Köpfen, dass uns die Gefahren komplett ausblenden lässt? Das machte der Medienpsychologe Philipp Masur von der  Universität Hohenheim zum Thema.

Der mediale Aufschrei ist stets groß, wenn Datenskandale an die Öffentlichkeit gelangen, die digitale Privatsphäre in Gefahr ist. Doch spiegeln Journalistinnen und Journalisten überhaupt noch wider, was die Menschen darüber denken? Haben sich Bürgerinnen und Bürger nicht längst freiwillig ihrer informationellen Selbstbestimmung entledigt? Darüber sprach Johannes Boie von der Süddeutschen Zeitung.

Jährlich zwei Millionen Euro erbeuteten Cyber-Kriminelle mit ihrem Facebook-Coup. Als Social-Media-Experten verschleierten sie akribisch ihre Identität. Und doch konnten sie anhand ihrer Datenspuren im Netz aufgespürt und enttarnt werden. Cybercrime-Fahnder lassen sich normalerweise nicht detailliert in die Karten schauen, aber in diesem Fall war das anders. Die Vorgehensweise der Ermittler gibt wertvolle Hinweise für die journalistische investigative Recherche und zeigt uns zugleich das Potenzial der Datenspuren, die wir hinterlassen. Das erklärte der Journalist Uwe Sievers, Spezialist für IT- und Netzsicherheit.

Zusätzliche Infos und weitere Themen der Tagung gibt es auf der Doku-Seite des IMK. Mehr: . . .

Einen ausführlichen Bericht gibt es in der nächsten M – Menschen Machen Medien, der auf der dju-Seite in Kürze als „Vorabdruck“ erscheinen wird.

 

19. Oktober 2014

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