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Historisches

Momente der Medienentwicklung in OWL

  • Chronik der Ereignisse

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  • Ferdinand Schöningh gründet "Westfälisches Volksblatt"

    3. Januar 1849: Der Paderborner Buchhändler, Verleger und Publizist Ferdinand Schöningh veröffentlicht die erste Ausgabe des Westfälischen Volksblatts als Stimme des politischen Katholizismus im östlichen Westfalen.

  • "Lippische Intelligenzblätter" informieren amtlich

    7. Februar 1767: Die Meyersche Hofbuchhandlung in Lemgo bringt das erste Exemplar der Lippischen Intelligenzblätter heraus, ein amtliches Druckwerk der Grafschaft Lippe. Die Lippische Landes-Zeitung nennt das Blatt in seiner Unternehmensgeschichte als seinen Vorgänger, obwohl die Intelligenzblätter bereits am 31. Dezember 1842 eingestellt wurden. Vorher war es noch zum Fürstlich-Lippischen Intelligenzblatt hochadelt worden. Napoleon hatte seinen Vasallenstaat Lippe zum Fürstentum ernannt. Mehr: . . .

  • Das "Westphälische Dampfboot" der Frühsozialisten

    Januar 1844: In Lemgo und später in Minden erscheint das Westphälische Dampfboot. Die frühsozialistische Wochenzeitschrift wird maßgeblich geprägt vom Rhedaer Arzt Otto Lüning, der Kontakt pflegte unter anderem zu Karl Marx und Friedrich Engels. Finanziert wurde das Blatt von Rudolf Rempel, einem Bielefelder Leinenhändler. Zeitweilig verboten, erschien es dann wieder erst in Bielefeld im Verlag Julius Helmich und zuletzt bis 1848 in Paderborn im Verlag Wilhelm Crüwell. Hergestellt wurde die Zeitschrift in der Bielefelder Druckerei J. D. Küster, deren Geschichte heute im Druckhaus der Neuen Westfälischen fortlebt. Mehr: . . . 

  • "Freiheit, Wohlstand, Bildung für Alle"

    Juni 1848: "Freiheit, Wohlstand, Bildung für Alle", diese Motto stand über dem Titel der Wochenzeitschrift Der Volksfreund. Das von Rudolf Rempel redigierte Blatt war die Zeitschrift der Märzrevolution in Ostwestfalen-Lippe. Wie sein Vorläufer, das Westphälische Dampfboot, wurde es bei J. D. Küster in Bielefeld gedruckt. Die Zeitschrift wurde im Sommer 1850 verboten. Bereits vorher hatte es wiederholt Repressionen durch den preußischen Staat gegen einzelne Mitarbeiter gegeben. Mehr: . . .

  • "Die Glocke" beginnt als "Oelder Zeitung"

    14. Mai 1880: Die Glocke erscheint zunächst als Oelder Zeitung. Ihren heutigen Namen bekommt die in Oelde erscheinende Tageszeitung erst 1884. Der nach seinem Gründer Engelbert Holterdorf benannte Zeitungsverlag, der auch heute noch von seinen Nachfahren geleitet wird, ist tief verwurzelt im katholischen Milieu des östlichen Münsterlandes und im Altkreis Wiedenbrück. 

  • Die "Volkswacht" erscheint zum ersten Mal in Bielefeld

    1. Juli 1890: An der Spitze des Staates steht ein Kaiser. Noch regiert weitgehend der Adel, gestützt vom Besitzbürgertum. Doch in vielen Teilen des Landes regt sich Widerstand, der nach Erneuerung verlangt, nach Demokratie und freier Meinungsäußerung. Dazu gehört die sozialdemokratische Presse. Eines ihrer Erzeugnisse ist die Volkswacht, die ab dem 1. Juli 1890 in Bielefeld erscheint. Bernd J. Wagner vom Stadtarchiv Bielefeld erinnert an die Tageszeitung. Mehr . . . 

  • Verbot der sozialdemokratischen "Volkswacht"

    28. Februar 1933: Viele hatten sich schon nach wenigen Tagen dem nationalsozialistischen Regime angepasst. Einige aber widersetzten sich noch der beginnenden Diktatur. Zu ihnen gehörten die Mitarbeiter der Volkswacht in Bielefeld. Am 27. Februar 1933 erschien die sozialdemokratische Tageszeitung zum letzten Mal. Danach gab es mehr als zwölf Jahre lang in Ostwestfalen-Lippe nur noch Presseerzeugnisse, die die Zwangsherrschaft nicht infrage stellten. Über die letzten Tage der Volkswacht schreibt Bernd J. Wagner vom Stadtarchiv Bielefeld. Mehr . . .

  • "Volksblatt" in Lippe erscheint zum letzten Mal

    2. März 1933: An diesem Tag kann zum letzten Mal eine Ausgabe des Volksblatt von der lippischen Sozialdemokratie herausgebracht werden. Die Lippische Zeitung, so ihr Untertitel, war seit dem 1. Januar 1922 erschienen. Die Verlagstechnik nutzen die Nationalsozialisten anschließend, um ihre Lippische Staatszeitung als amtliches Organ des Gaues Westfalen-Nord der NSDAP herzustellen, die sie ab dem 1. Oktober 1933 herausbringen.

  • Der Journalist Felix Fechenbach wird von Nazis ermordet

    7. August 1933: Der politische Journalist und Dichter Felix Fechenbach stirbt and en Folgen von Schussverletzungen, Fechenbach gründete 1914 die Jugend-Sektion der SPD, war 1918 Sekretär des bayerischen Ministerpräsident Kurt Eisner während der Münchner Räterepublik, später Mitarbeiter des sozialdemokratischen Vorwärts. Von 1929 bis 1933 arbeitete er dann in Detmold als Redakteur beim dortigen SPD-Organ Volksblatt. Der Gegner der Nationasozialisten wurde am 11. März 1933 festgenommen. Beim Transport in das Konzentrationslager Dachau wurde er im Kleinenberger Wald zwischen Detmold und Warburg ermordet. Seine Mörder wurden 1948 und 1969 verurteilt. Mehr: . . . 

  • "Lippische Staatszeitung" ist Organ der NSDAP

    1. Oktober 1933: Es erscheint die Erstausgabe der Lippischen Staatszeitung, amtliches Organ des NSDAP-Gaues Westfalen Nord und zugleich Amtsblatt der Landesregierung in Lippe. Die Zeitung sieht sich als "Kampfblatt der Bewegung" und Nachfolger des Lippischen Kurier, der seit 18. August 1931 offizielles Organ der NSDAP im Land Lippe war. Der Kurier war seit Oktober 1929 als Propagandablatt von Ernst Münnich in Lage hergestellt.

  • Die "Lippische Landes-Zeitung" und die NSDAP

    4. Februar 1936: Im Herbst 1899 übernimmt der linksliberale Unternehmer und Politiker Adolf Neumann-Hofer die Lippische Landes-Zeitung. 1920 gibt er sie weiter an Max Staercke. Der verkauft sie am 4. Februar 1936 nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die offenbar nicht aus den politischen Umständen begründet sind (aus: Max Staercke – Publizist und Politiker in Lippe; verfasst von Andreas Ruppert in Zeitschrift für lippische Geschichte 12/September 2011, Seite 35ff). Nach dem 24. März 1936 wurde die Abonnenten von der Lippischen Staatszeitung, dem amtlichen Organ des Gaues Westfalen-Nord der NSDAP, beliefert. Mehr: . . .

  • "Die Glocke" als Mitteilungsblatt der NSDAP

    8. Oktober 1936: Die in Oelde erscheinende Tageszeitung Die Glocke führt ab jetzt den Hinweis im Zeitungskopf: Amtliches Mitteilungsblatt des Gaues Westfalen-Nord der NSDAP für die Kreise Beckum, Warendorf und Wiedenbrück.

  • Nazis ermorden den Journalisten Max Sachs

    12. Oktober 1935: Die Urne von Max Sachs, Journalist und SPD-Politiker, wird in Bielefeld beigesetzt. Sachs hatte von April 1907 bis Dezember 1910 als Redakteur der sozialdemokratischen Tageszeitung Volkswacht in Bielefeld gearbeitet. 1906 hatte er sich der SPD angeschlossen. Ab 1911 leitete Max Sachs verschiedene Fachressorts der Dresdner Volkszeitung. Von 1922 und 1926 war er Mitglied der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde er mehrmals verhaftet. Sachs, geboren am 23. September 1883 in Breslau (heute polnisch Wrocław), war am 5. Oktober 1935 an den Folgen der Misshandlungen im Konzentrationslager Sachsenburg/Flöhatal gestorben. An ihn wird auf dem Ehrenfeld für politisch Verfolgte auf dem Sennefriedhof erinnert. Mehr: . . .

  • NS-Organ "Lippische Staatszeitung" wird eingestellt

    31. März 1945: Die Lippische Staatszeitung, das amtliche Organ des Gaues Westfalen-Nord der NSDAP, erscheint zum letzten Mal.

  • "Neue Westfälische Zeitung" der Aliierten

    19. Mai 1945: Die Neue Westfälische Zeitung erscheint als Mitteilungsblatt der alliierten Besatzungstruppen für die deutsche Bevolkerung. Die NWZ kommt zunächst wöchentlich heraus und wird anfangs in Oelde, später auch in Bielefeld gedruckt. Ab Juli 1945 gibt es die Zeitung zweimal in der Woche. Chefredakteur ist Alfred Hausknecht, der spätere Mitgründer des Westfalen-Zeitung. "Er hatte sich gegen Dr. Kühne durchgesetzt, den Chefredakteur der verbotenen Westfälischen Zeitung, dem vorgeworfen wurde, bis zur Einstellung 1944 mit Durchhalteparolen Nazipropagande betrieben zu haben. Dennoch gelangte Kühne an die Spitze der NWZ-Redaktion in Bielefeld; er hatte sich, wie alle Redakteure, einer strikten Zensur zu unterwerfen, die für Bielefeld vom Oberbürgermeister ausgeübt wurde", schreibt Reinhard Vogelsang in seiner "Geschichte der Stadt Bielefeld" (Band 3, Seite 393) Die NWZ für den Regierungsbezirk Minden erschien am 2. April 1946. Die letzte Teilausgabe der NWZ für andere Regionen kam am 30. Juli 1946 heraus.

  • Das "Westfalen-Blatt" startet als "Westfalen-Zeitung"

    15. März 1946: Das heutige Westfalen-Blatt erscheint erstmals, allerdings unter dem Titel Westfalen-Zeitung. Die Lizenz Nummer 13 zur Herausgabe einer Tageszeitung in der britischen Zonen haben Alfred Hausknecht und Diether Lauenstein erhalten. Die Redaktion ist bis 1947 in Oelde ansässig. Gedruckt wird das Blatt zunächst beim Konkurrenten Freie Presse in Bielefeld, ein anderer Teil bei Carl-Wilhelm Busse, dem späteren Eigentümer (ab 1952), in Herford. Als 1948 auch die frühere Westfälische Zeitung wieder erscheinen drf, muss die Westfalen-Zeitung ihren Titel ändern. Seit dem 1. Juli 1950 heißt sie Westfalen-Blatt. Mehr: . . . 

  • "Freie Presse" wird SPD-Zeitung für Ostwestfalen-Lippe

    3. April 1946: Der Sozialdemokrat Emil Groß hat von der englischen Militärregierung die Lizenz zur Herausgabe der Freien Presse in Bielefeld erhalten. Die Tageszeitung erscheint erstmals am 3. April 1946. Gross war bis 1933 Chefredakeur der dann von den Nazis verbotenen Volkswacht gewesen. Im Exil in Amsterdam produzierte er ein Wochenblatt unter dem Titel Freie Presse. Chefredakteur der Freien Presse Bielefeld, die regional auch mit dem Untertitel Lippisches Volksblatt erscheint, ist zunächst der frühere preußische Innenminister Carl Severing. Mehr: . . .

  • "Volks-Echo für Westfalen und Lippe"

    16. Juli 1946: Das Volks-Echo für Westfalen und Lippe erscheint erstmals als Zeitung für den Regierungsbezirk Münster (ohne Ruhrgebiet) und Detmold. Lizenzträger für die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) waren Phillipp Roth und Aloys Schweins. 1948 wird, nachdem dem Westfälischen Volks-Echo (Dortmund) die Lizenz entzogen wurde, das Verbreitungsgebiet auf den Regierungsbezirk Arnsberg (ohne Ruhrgebiet) ausgeweitet. 1952 wird der Verlagssitz von Detmold nach Bielefeld verlegt. Nach dem Verbot der KPD durch das Bundesverfassungsgericht stellte das Volks-Echo am 17. August 1956 sein Erscheinen ein. Mehr: . . .

  • Drei Monate Erscheinungsverbot gegen "Volks-Echo"

    Mai 1948: Unter anderem wegen heftiger Kritk an den US-Amerikanern in einem Leitartikel über die Wahlen in Italien wird das kommunistische Volks-Echo für Westfalen und Lippe über drei Monate verboten, berichtet Reinhard Vogelsang in seiner "Geschichte der Stadt Bielefeld" (Band 3, Seite 393).

  • "Westfälische Zeitung" sucht bürgerliche Mitte

    21. Oktober 1949: Erst nach dem Ende des Lizensierungssystem in der Britischen Zone erscheint auch die Westfälische Zeitung wieder. "Vor 1933 noch rechtsbürgerlich, dann im NS-Staat angepasst", beschreibt sie Reinhard Vogelsang in seiner "Geschichte der Stadt Bielefeld" (Band 3, Seite 394), "Ende August 1944 per Verordnung eingestellt und 1945 verboten, verfolgt die Zeitung nun in der Regel einen regierungstreuen Kurs der bürgerlichen Mitte".

  • Auch das "Westfälische Volksblatt" erscheint wieder

    1. November 1949: In Paderborn erscheint erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder das Westfälische Volksblatt. Es versteht sich als Wiedergründung des 1849 entstanden Westfälischen Volksblattes, das bis kurz vor Ende der Nazidiktatur am 27. März 1945 gedruckt wurde. Das WV hat zunächst einen eigenen Mantel. Seit dem 15. Februar 1958 ist die Zeitungsverlag für das Hochstift Paderborn GmbH redaktionell und wirtschaftlich mit Westfalen-Blatt verbunden

  • Lizenz für "Die Glocke" erst vier Jahre nach Kriegsende

    2. November 1949: Nun erst bekommt Die Glocke auch wieder eine Lizenz.

  • LZ als Lokalausgabe des "Westdeutschen Tageblatts"

    19. November 1949: Eine Tageszeitung unter dem Titel Lippische Landes-Zeitung erscheint wieder. Sie war seit dem 4. Januar 1947 eine Regionalausgabe des Westdeutschen Tageblattes (Dortmund, 1963 eingestellt). Deren Lizenzträger war seit dem 24. August 1946 Herbert Kauffmann, der anfangs der FDP angehörte. Produziert wird die neue LZ von Hermann Bösmann, schreibt Andreas Ruppert in seinem Aufsatz "Max Staercke (1880-1959) – Publizist und Politiker in Lippe" (Seite 47). Der Mantel für die Zeitung wird bis zum 31. Dezember 1965 in Dortmund zusammengestellt. "Hatte Staercke den Behörden gegenüber Bösmann zuerst als Gegner dargestellt, der sich unberechtigerweise den Titel "seiner" Zeitung angeeignet habe, so einigten sich die beiden Parteien in einem Vertrag vom 1. November 1949", erklärt Ruppert.

  • "Der Inhalt war uns nicht bekannt"

    4. Februar 1954: Das Westfalen-Blatt und die Westfälische Zeitung entschuldigen sich bei ihren Abonnenten, dass sie am Vortag eine Leseprobe des Buches "Null-Acht Fünfzehn" von Hans Hellmut Kirst beigelegt hatten. Es handelt sich um eine Beschreibung des großdeutschen Militäralltags mit dem Untertitel "Die abenteuerliche Revolte des Gefreiten Asch". Der Roman, erschienen im Münchner Verlag Kurt Desch, findet reißenden Absatz, wird der erste Bestseller der Bundesrepublik und noch im gleichen Jahr verfilmt. Doch er ist auch umstritten. Franz Josef Strauß, damalige Bundesminister für besondere Aufgaben, nennt Kirsts Werk ein "Pamphlet". Genüsslich berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel: "Wir rücken ab von ''Nullacht fuffzehn'' stand im Westfalen-Blatt zu lesen. . . . Die Westfälische Zeitung versicherte treuherzig gleichfalls: "Der Inhalt war uns nicht bekannt." Kirst selbst gehört zu den Gegnern der Bewaffung der Bundesrepublik. Mehr: . . .

  • "Freie Presse" – erste Zeitung mit Fünf-Tage-Woche

    3. April 1956: Die sozialdemokratische Freie Presse in Bielefeld feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Diese Gelegenheit nutzt der Verlagsleiter Emil Gross, um die Einführung der 40-Stunden-Woche an fünf Tagen in den Betrieben der Presse-Druck GmbH in Bielefeld, Minden und Detmold zu verkünden. "In den Genuß dieser verkürzten Arbeitszeit mit vollem Lohnausgleich gelangen rund 600 Frauen und Männer in allen Abteilungen des Verlages, der Redaktion und der technischen Betriebe", heißt es im zeitgenössischen Bericht. Die Freie Presse ist die erste Tageszetiung, bei der die Fünf-Tage-Woche für die Mitarbeiter eingeführt wird. Mehr: . . .

  • Wer ist der Größte in der Region?

    23. Januar 1957: Selten befasst sich das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel mit der Region Ostwestfalen-Lippe. Wenn, dann aber gerne mit einer besonderen Häme. Dazu gaben ihm die Bielefelder Verleger von Freier Presse, Westfalen-Blatt und Westfälischer Zeitung einigen Grund. Wer ist der Größte in der Region? Mit dieser Frage musste sich 1957 ein Bielefelder Landgerichtsdirektor auseinandersetzen. Die sozialdemokratische Freie Presse hatte zwar die höchste Auflage in der Region, Westfalen-Blatt und Westfälische Zeitung warben für sich aber jeweils als "größte bürgerliche" Zeitung. Die Blätter hatten damals noch eine Tendenz. Heute genießen die Eigentümer der Verlage nur noch ihren Tendenzschutz. Mehr: . . .

  • "Westfälische Zeitung" liefert Mantel für LZ

    2. Januar 1966: Die Lippische Landes-Zeitung bezieht ihren Mantel nun von der Westfälischen Zeitung aus Bielefeld. Vorher hatte sie seit der Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Mantelteil vom Westdeutschen Tageblatt aus Dortmund bekommen, selbst noch nach Einstellung von dessen Haupt-Lokalausgaben in Dortmund und Hagen am 31. Juli 1963, da sie als dessen "Nachfolgeorgan der Detmolder Ausgabe" dazu vertraglich verpflichtet war. (aus: Zeitgeschichte und Institutsgeschichten. Publizistik in Münster 1949 bis 1959, Aufsatz: Walter J. Schütz, Seite 269f)

  • Aktion "Federblitz" zwingt Verleger an Verhandlungstisch

    30. März 1966: Seit 1951 gibt es die Deutsche Journalisten-Union (dju) in der Industriegewerkschaft Druck und Papier. Seit 1954 bemüht sich die dju um die Anerkennung als Tarifpartner. Vorher galt in den Vorstellungen der Verleger einzig der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) als würdige Standesorganisation, mit der über tarifliche und sozialpolitische Fragen der Journalisten verhandelt wurde. Die für den 30. März 1966 geplante Aktion »Federblitz« zwingt den Verein Rheinisch-Westfälischer Zeitungsverleger zu Verhandlungen. Mehr: . . . 

  • Die Verleger erkennen die dju als Tarifpartner an

    20. Oktober 1966: Die Industriegewerkschaft Druck und Papier ist nach zwölfjährigem Kampf endlich Tarifpartner auch auf Bundesebene für die bei ihr organisierten Redakteurinen und Redakteure an Tageszeitungen. "Die Prognose der Aktionsleitung »Federblitz«, daß es mit dem im Juli d. J. getätigten Abschluß der nordrhein-westfälischen Verträge dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger auf die Dauer unmöglich sein würde, sich weiterhin mit Erfolg einer Tarifpartnerschaft auf zentraler Ebene entziehen zu können, hat sich nunmehr überraschend schnell bestätigt." Mehr:  . . .

  • J. D. Küster Nachf. druckt das Parteiorgan der NPD

    27. März 1967: Die Westfälische Zeitung war ein recht konservatives Blatt. Der letzte Chefredakteur Heinz Liebscher hatte sogar eine braune Vergangenheit. Er war im Dritten Reich Gaupresseamtsleiter im NS-Gau Westfalen-Süd. Doch es soll mehr der wirtschaftlich prekären Situation des Verlages geschuldet gewesen sein, dass sein Druckhaus J. D. Küster Nachf. einige Zeit das Parteiorgan der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), die Deutsche Nachrichten (DN) hergestellte. 1967 geriet die Setzerei in Bielefeld sogar einmal in eine innerparteiliche Auseinandersetzung der Rechtsradikalen, wie Der Spiegel berichtete. Hans Reinhard Kaeller, Verleger der Westfälischen Zeitung, beendete die Zusammenarbeit mit der NPD einige Monate später - "auf Betreiben seiner neuen Partner", wie ebenfalls Der Spiegel meldete. Das waren Sozialdemokraten, mit denen er die Neue Westfälische gründete. Mehr: . . .

  • "Freie Presse" und "Westfälische Zeitung" fusionieren

    3. Juli 1967: Die sozialdemokratische Freie Presse Bielefeld und die konservative Westfälische Zeitung schließen sich zur Neuen Westfälischen zusammen. Die Westfälische Zeitung ist Nachfolgerin der 1811 gegründeten Öffentlichen Anzeigen des Distriktes Bielefeld. Die Freie Presse hat ihre Vorgängerin in der 1890 gegründeten sozialdemokratischen Volkswacht. Anteilseigner der Fusionszeitung sind zu 57,5 Prozent die SPD über eine Beteiligungsgesellschaft und zu 42,5 Prozent die Familie Kaeller, vorher Eigentümerin der Westfälischen Zeitung. Damalige Auflagen: Freie Presse 81.583, Westfälische Zeitung 42.681 Auflage. Das Verbreitungsgebiet wird in mehreren Schritten auf Ostwestfalen beschränkt. Auflagenanteile außerhalb dieser Region werden aufgegeben, beziehungsweise an andere Verlage abgetreten. Der verbleibende Konkurrent im Marktgebiet, das Westfalen-Blatt hat zu diesem Zeitpunkt eine Auflage von 118.852 Exemplaren. Bei der Neuen Westfälischen sind zunächst alle Leitungsfunktionen doppelt besetzt. Mehr: . . .

  • 60 Journalisten innerhalb von drei Jahren gekündigt

    15. November 1971: In einer Zeit, als Zeitungen noch eine Tendenz hatten, war es gefährlich, eine andere Meinung zu vertreten, als der Eigentümer der Zeitung. Besonders gefährlich war es, wenn der Eigentümer der Zeitung nicht nur meinungsfreudig, sondern zugleich auch noch höchst streitbar. Das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel befasst sich mit Carl-Wilhelm Busse, damals 58 Jahre alt und Verleger des Westfalen-Blatts: "Der Presse-Patriarch vom Teutoburger Wald bewies Willenskraft: Binnen drei Jahren wurden in seiner Bielefelder Zeitungs-Zentrale wie in den Redaktions-Filialen zwischen Paderquelle und Mittellandkanal rund 60 Kündigungen von Busse verhängt oder von Busse-Redakteuren ausgesprochen." Mehr: . . .

  • Franz Josef Strauß beim "Westfalen-Blatt"

    4. Oktober 1980: Beim Westfalen-Blatt galten selbst Mitglieder des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) einst als Aufrührer. Im Bundestagswahlkampf bot die Bielefelder Tageszeitung dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) die passende Kulisse, um den damaligen Kanzlerkandidaten der Union, Franz Josef Strauß, vor einem geneigten Publikum zu präsentieren. "Die erlesene Einsatzgruppe der politisch Unbedenklichen wurde schließlich von Busse, Dressler, Poch und dem als Leibjournalist Rainer Barzels geltenden Paderborner Lokalchef Georg Vockel in die TV-Schlacht für Strauß geführt", berichtet Der Spiegel. Mehr: . . .

  • NW gründet Anzeigenblatt "Weserspucker"

    Weserspucker NW Weserspucker

    2. März 1990: Die Neue Westfälische versucht mit einem Anzeigenblatt im Altkreis Minden, dem Weserspucker, ihre schwächelnde Lokalausgabe zu stützen. 1994 wird die Lokalausgabe der NW dennoch eingestellt. Der Weserspucker wird danach gemeinsam mit dem Verlag J.C.C. Bruns (Mindener Tageblatt) herausgegeben. Ab 1999 übernimmt der Mindener Verlag, der mit der Neuen Westfälischen eine Anzeigenkooperation vereinbart hat, das Anzeigenblatt alleinverantwortlich.

  • "Neue Westfälische" stellt "Mindener Kreiszeitung" ein

    31. Dezember 1994: Die Neue Westfälische stellt ihre Lokalausgabe in Minden, die Mindener Kreiszeitung, ein. Die Ausgabe stammte von einer der Vorgängerinnen der NW, der Freien Presse (Bielefeld). Von 1985 bis 1988 hatte es unter dem Titel Zeitung für Porta Westfalica einen Versuch gegeben, die Auflage zu verbessern. Ab 1990 erschien zudem das Anzeigenblatt Weserspucker, das nun mehrere Monate gemeinsam mit dem Verlag J.C.C. Bruns herausgegeben wird. Beide Verlage arbeiten im Anzeigenbereich und mit mehreren Tochterfirmen zusammen.

  • "Westfalen-Blatt" stellt Mindener Lokalausgabe ein

    1. September 2003: Das Westfalen-Blatt stellt seine Mindener Lokalausgabe, die Mindener Zeitung, ein. Auch die wöchentlichen Anzeigenblätter Minden am Sonntag und Minden heute des Bielefelder Verlages werden eingestellt. Kress.de meldet, dass von der Entscheidung 19 Mitarbeiter in Minden betroffen sind, "denen allerdings teilweise andere Arbeitsplätze in der Verlagsgruppe in Aussicht gestellt wurden". Das Mindener Tageblatt ist nun in seinem Kerngebiet Monopolist. Mehr: . . .

  • "Westfalen-Blatt" stellt "Lippische Rundschau" ein

    31. Dezember 2003: Das Westfalen-Blatt stellt zum Jahresende seine Lokalausgabe in Lippe, die Lippische Rundschau, ein. Fünf Lokalredaktionen werden geschlossen. Die Lippische Landes-Zeitung ist seitdem Monopolist im Kernbereich des lippischen Tageszeitungsmarkts. Die Lippische Rundschau war seit dem 3. März 1955 als Nachfolgerin der Lokalausgaben der Westfalen-Zeitung erschienen, die vom 21. Mai 1946 bis 3. Februar 1953 den Untertitel "Neue lippische Rundschau für Politik und christliche Kultur" trug, danach bis zum März 1955 den Titel "Neue Lippische Rundschau. Westfalen-Zeitung. Unabhängige Heimatzeitung für das ganze Lipperland". Mehr: . . .

  • Axel Springer AG beteiligt sich am "Westfalen-Blatt"

    1. Januar 2004: Die Axel Springer AG beteiligt sich mit 14,5 Prozent an der Westfalen-Blatt Vereinigte Zeitungsverlage GmbH in Bielefeld. "Zur langfristigen Weiterentwicklung der Zeitungsgruppe haben sich die Gesellschafter Erika Busse, Harald Busse, Sabine Busse und Michael Best für die Axel Springer AG als strategischen Partner entschieden", heißt es in der Mitteilung des Berliner Konzerns. Mehr: . . .

  • Springer gibt WB-Anteil an Ippen weiter

    11. November 2009: Zwischen Vertretern der Axel Springer AG und des Zeitungsverlegers Dirk Ippen wird ein Vertrag vereinbart, der eine Übergabe des Anteils am Westfalen-Blatt regelt. Die 14,5 Prozent an der Westfalen-Blatt Vereinigte Zeitungsverlage GmbH, die seit 2004 im Eigentum des Berliner Konzerns sind, gehen an die F. Wolff & Sohn KG (Westfälischer Anzeiger, Hamm), an der Dirk Ippen mit 86,2 Prozent beteiligt ist. Mehr: . . .

  • Aschendorff übernimmt Anteil an Busse-Holding

    1. Januar 2012: Der Verlag Aschendorff aus Münster (Westfälische Nachrichten) übernimmt 24,9 Prozent an der C.W. Busse Holding GmbH, die zum Zeitpunkt mit 85,5 Prozent Mehrheitsgesellschafterin an der Westfalen-Blatt Vereinigte Zeitungsverlage GmbH ist.