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Arbeitgeber fordern Demutsgeste!

Arbeitgeber fordern Demutsgeste!

dju Landesfachgruppe Nordrhein-Westfalen

Die erste Verhandlungsrunde über einen neuen Gehaltstarifvertrag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der nordrhein-westfälischen Lokalsender ist ergebnislos geblieben. Obwohl sie die Forderungen von DJV und ver.di bereits seit mehr als zwei Monaten kannte, sah sich die Tarifgemeinschaft Lokalfunk (Verband der Betriebsgesellschaften und Verband Lokaler Rundfunk) nicht in der Lage, ein wie auch immer geartetes Angebot vorzulegen.

DJV und ver.di fordern eine Erhöhung der tariflichen Gehälter um 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten, die Einführung von zwei weiteren Berufsjahrstufen sowie einen Einstieg in eine betrieblich geförderte Altersvorsorge.

Die Arbeitgeber haben zwar eingeräumt, dass die Leistungen der Mitarbeiter ursächlich für das Erfolgsmodell Lokalfunk sind. Dennoch sind sie nicht bereit, in inhaltliche Verhandlungen einzusteigen. Ein Angebot soll es nur geben, wenn die Gewerkschaften - quasi als Demutsgeste - auf den überwiegenden Teil ihrer Forderungen verzichten. Die Arbeitgeber lehnen z.B. neue Berufsjahrstufen ab, da diese nur einen Anreiz schaffen würden, länger beim Sender zu bleiben. Sollten sich die Hardliner durchsetzen, ist auch eine Kündigung des Manteltarifvertrages nicht ausgeschlossen, in dem u.a. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Wochenarbeitszeit geregelt sind.

Um die Arbeitgeber zu konstruktiven Verhandlungen zu zwingen, braucht es jetzt ein deutliches Zeichen aus den Sendern.

Die Tarifverhandlungen werden am 24. Mai fortgesetzt.

Mit kollegialen Grüßen

Christof Büttner
ver.di NRW

Anja Zimmer
DJV-NRW

19. April 2012