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Schließung der WR-Redaktion "nicht nachvollziehbar"

Schließung der WR-Redaktion "nicht nachvollziehbar"

dju Landesfachgruppe Nordrhein-Westfalen

Als "fragwürdig und nicht nachvollziehbar" hat der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, die Entscheidung der WAZ-Mediengruppe kritisiert, die Redaktion der Westfälischen Rundschau (WR) zu schließen und 120 Beschäftigte zu entlassen. Die WR selber soll weiter erscheinen, ihr Inhalt von konkurrierenden Verlagen und anderen WAZ-Titeln produziert werden.

"Die WR hat ihren guten Namen daher, dass sie über eine hervorragende Redaktion verfügt, die in der Region fest verwurzelt ist, die Zusammenhänge aber auch darüber hinaus einordnen kann. Das lässt sich nicht so einfach von heute auf morgen durch Inhalte von außen ersetzen, geschweige denn lässt sich diese Entscheidung betriebswirtschaftlich vernünftig erklären", sagte Werneke.

Der Inhalt der Konkurrenz müsse teuer bezahlt werden, während die WAZ-Mediengruppe eine Stimme verliere, die in der Region von Gewicht sei. "Durch die Übernahme von Inhalten aus anderen Häusern wird der journalistischen Vielfalt gerade im regionalen Bereich ein weiterer schwerer Schlag versetzt", unterstrich Werneke und bemängelte die „publizistische Mutlosigkeit“ der WAZ-Mediengruppe als "fatal".

Der Konzern sei keineswegs ein Sanierungsfall, die Entscheidung diene offenbar ausschließlich dem Zweck, den nicht schlechten Renditen des Konzerns einen weiteren Schub zu verleihen: „Statt in die Zukunft des Journalismus zu investieren, in den Ausbau von Online-Angeboten, in exklusive, gut recherchierte Geschichten, wird kurzfristig gedacht und entsprechend gehandelt“, kritisierte Werneke.

15. Januar 2013