dju NRW

RedakteurInnen der Westdeutschen Zeitung informieren sich

RedakteurInnen der Westdeutschen Zeitung informieren sich

dju Landesfachgruppe Nordrhein-Westfalen

MitarbeiterInnen der Westdeutschen Zeitung (WZ) haben sich in der Düsseldorfer Gaststätte "Zum Hirschen"  getroffen, um über die Situation im Unternehmen zu sprechen. Die diesem gewerkschaftlichen Informationsabend konnten sie ihre Fragen stellen – und erhielten Antworten von ver.di-Mediensekretär Christof Büttner und DJV-Jurist Christian Weihe.

Welche Kündigungsfristen gelten nach Gesetz und Tarifvertrag? Welche Fristen sind nach der Kündigung zu beachten? Wird es eine Transfergesellschaft geben? Wie funktioniert eine Sozialauswahl? Gelten für Teilzeitbeschäftigte andere Regeln als für Vollzeitredakteure? Gibt es eine Formel für Abfindungen? Was gilt für freie Mitarbeiter? Und wie haben es andere Verlage gemacht?

Doch neben den Erläuterungen von Gesetzen, Tarif- und individuellen Verträgen kam eines immer wieder zur Sprache: Die Kolleginnen und Kollegen dürfen sich nicht individuell von der Geschäftsführung unter Druck setzen und – eine übliche Verlegertaktik – genauso wenig mit finanziell scheinbar hohen Angeboten ködern lassen. Der eindringliche Rat von Christof Büttner: „Informiert euch, bevor ihr euch entscheidet.“ Zeitlich befristete Sonderangebote erzeugen Druck, aber keine guten Lösungen. Betriebsratsmitglieder und Gewerkschaften beraten professionell.

Mehr als 50 Redakteure und Redakteurinnen kamen zur Informationsveranstaltung von dju und DJV. Die Pläne der WZ-Geschäftsführung, soweit bekannt: Die Lokalredaktionen in Meerbusch, Viersen und Mettmann, die Service-Pools in Krefeld, Wuppertal und Düsseldorf und die Mantelredaktion bis auf ein siebenköpfiges Autorenteam werden geschlossen.

Die Westdeutsche Zeitung soll auf eine Rumpf-Zeitung schrumpfen, aber unter dem Label werden externe Zeitungsdienstleister die Seiten füllen – und damit das betrügerisches Modell für die Leser zur Abschaffung der Meinungsvielfalt übernehmen, das die Funke-Gruppe im vergangenen Jahr in der Westfälischen Rundschau (WR) durch die Abschaffung der gesamten eigenen Redaktion vorexerziert hat. Die Lokalredaktionen in Wuppertal, Düsseldorf und Krefeld sowie eine kleine Außenstelle in Kempen sollen weiter arbeiten.

50 Kolleginnen und Kollegen werden nach den Vorstellungen der Geschäftsführung ihre Arbeit und ihr Einkommen verlieren. Noch ist unklar, welche Arbeitsstellen bleiben. Ende September soll das Outsourcing von redaktionellen Inhalten in dem neuen Produktionsprozess umgesetzt sein. Der Betriebsrat, so BR-Vorsitzender Andreas Keil, „nimmt den Termin zur Kenntnis“. Mehr aber auch nicht. Denn er verhandelt über Interessenausgleich und Sozialplan und das braucht seine Zeit.

Der BR wird der Geschäftsführung noch vor Ostern einen Fragenkatalog übergeben. Verhandlungstermine sind der 17. April und der 29. April. „Es wird noch dauern, bis wir Ergebnisse haben“, sagt Andreas Keil. „Und es wird wohl noch dauern, bis die ersten Kündigungen ausgesprochen werden.“ Das heißt: Jede Redakteurin und jeder Redakteur – und natürlich auch die Kolleginnen und Kollegen aus den Pools, die unter den Angestelltentarif fallen – können und müssen diese Zeit nutzen, sich über ihre Rechte und die Prozesse solch eines massiven Einschnitts zu informieren, damit sie gestärkt ihre individuellen Ansprüche auf der Grundlage des Sozialplans durchsetzen können.

Der Info-Abend machte klar: Wer ein Abfindungsangebot erhält, sollte ein Betriebratsmitglied mit ins Gespräch nehmen. Die gewerkschaftlichen oder anwaltlichen Berater mit ihrer Erfahrung aus anderen Betrieben sehen die Fallstricke individueller Verträge und können bessere Ergebnisse erzielen. Und: Wer sich auseinander dividieren lässt, verliert.

4. April 2014

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