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Protest der Mitarbeiter gegen Umbau der Deutschen Welle

Protest der Mitarbeiter gegen Umbau der Deutschen Welle

ver.di-Betriebsgruppe in der Deutschen Welle
Ver.di-Ente, Kampfente ver.di 08 Köln Kampfente

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Welle haben den Rundfunkrat sowie die Geschäftsleitung des Unternehmens ihren Ärger über die Personalpolitik und die Neuausrichtung des deutschen Auslandsrundfunks bekundet. Für den Umbau des Senders zu einem prioritär 24/7-Englisch-Fernsehkanal wurden in den vergangenen Tagen und Wochen bei 230 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Beschäftigungseinsatz beendet oder massiv eingeschränkt, was in vielen Fällen einer wirtschaftlichen Kündigung gleichkommt.

Die bislang allseits anerkannten Sprachredaktionen sind jetzt schon zu kaum noch funktionsfähigen Rumpfabteilungen zwangsgeschrumpft worden. Sie sind von ihrer Einstellung bedroht. Das deutsche Programm wurde bereits extrem ausgedünnt, viele (selbst erfolgreiche) Video-Magazine an den beiden Standorten Bonn und Berlin wurden bereits oder werden in Kürze eingestellt und deren Mitarbeiter - zum Teil mit sofortiger Wirkung - "vorerst freigesetzt".

Die Gewerkschaft ver.di hatte zu dieser Kundgebung vor den Rundfunkräten aufgerufen und auch der DJV beteiligte sich an dieser Aktion. Alle Beteiligten machten unmissverständlich klar, dass der von Intendant Peter Limbourg eingeschlagene Weg keine Zustimmung der Belegschaft findet. Die Zerschlagung weiter Teile des Senders zugunsten einer fragwürdigen Strategie wird von den Mitarbeitern nicht mehr länger hingenommen: "Sie hören unserer Kritik überhaupt nicht zu und das bereits seit einem ganzen Jahr", betonte einer der Mitarbeiter. Die Rundfunkräte wurden aufgefordert, den eingeschlagenen Weg sofort zu korrigieren, wenn nicht sogar aufzugeben.

Zugleich erfuhr die Mitarbeiterin Su Yutong, die von der Deutschen Welle wegen einer kritischen Meinungsäußerung in ihrem Blog gekündigt wurde, die Solidarität der Belegschaft. Sie erhielt auch die Möglichkeit, ihre Kritik an der unkritischen China-Berichterstattung des Senders und am Umgang mit ihrer Person bei den Rundfunkräten zur Kenntnis zu bringen.

5. September 2014