dju NRW

Neuer Vorstand der dju Nordrhein-Westfalen

Neuer Vorstand der dju Nordrhein-Westfalen

dju Landesfachgruppe Nordrhein-Westfalen

Die Delegiertenkonferenz der Landesfachgruppe Nordrhein-Westfalen der Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union hat einstimmig einen neuen Vorstand gewählt. Ihm gehören an: Frank Biermann (55), freier Journalist aus Münster, Peter Freitag (49), Pauschalist aus Köln, Cay Kinzel (51), freier Filmemacher aus Bonn, Corina Lass (51), Redakteurin der Neuen Westfälischen aus Bielefeld, Cornelia Merkel (55), Betriebsratsvorsitzende des Iserlohner Kreisanzeigers, Udo Milbret (57), Bildredakteur der Funke Mediengruppe,  (Ruhr), Fred Otto (58), freier Journalist aus Solingen, und Martina Schneiders (54), freie Journalistin aus Düsseldorf.

dju-Landesvorstand NRW 2014 bis 2018 Angelika Osthues Landesvorstand der dju NRW  – Fred Otto, Frank Biermann, Cornelia Merkel, Corina Lass, Cay Kinzel, Udo Milbret und Peter Freitag (von links). Es fehlt Martina Schneiders.

Zu Beginn der Delegiertenkonferenz stellte Professor Andreas Vogel, Leiter des "Wissenschaftlichen Instituts für Presseforschung und Medienberatung" (Köln), seine Studie über die "Talfahrt der Tagespresse" (PDF-Datei) vor, die sich mit den Ursachen des Auflagenrückgangs der Regionalzeitungen befasst. Vogel kommt zu der Erkenntnis, dass erhebliche Veränderungen in unserer Gesellschaft Auslöser des Problems sind. "Die Zeitungen sind nicht Beobachter des gesellschaftlichen Wandels, sie sind selbst mittendrin."

Schonungslos erklärt er den Angriff aus dem Internet zu einem Mythos. Die Auflagen der Tagespresse begannen bereits weit vor der Massenverbreitung von vernetzten Heimcomputern, Laptops und Smartsphones zu bröckeln. "1983 wurden die meisten Zeitungen verkauft." Verkaufspreiserhöhungen bei den Printprodukten weit über dem Anstieg der Lebenshaltungskosten und der Lohnentwicklung haben seitdem "Zeitungen richtig teuer gemacht".

Das zeige sich auch in der Auflagenentwicklung. In Regionen mit hoher Kaufkraft ist die Auflage stabiler als in ärmeren Landesteilen.

Vogel glaubt an die Zukunft von Printprodukten. "Ich wäre der erste, der eine Tageszeitung gründen würde in einer Region, in der es keine Zeitung mehr gibt. Aber solche Gebiete wird es so schnell nicht geben", erklärte er bei der Versammlung im Haus des ver.di-Landesbezirks in Düsseldorf.

Der Medienwissenschaftler fordert "völlig neue, speziell auf die Kundengruppen zugeschnittene" Zeitungen. "Es geht um zielgruppengenaueren Journalismus."

"Ich bin überrascht, dass man im Bereich der Tagespresse immer noch glaubt, mit einem Produkt für alle Leser auszukommen", lautete einer der Einleitungssätze seines Vortrags. Was den Verlagen dazu allerdings fehlt, sind Informationen über ihre Kunden, wie sie in anderen Branchen seit langem erfasst und ausgewertet werden.

27. September 2014