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UKW-Frequenzen für deutsch-türkischen Radiosender Metropol FM

UKW-Frequenzen für deutsch-türkischen Radiosender Metropol FM

dju Landesfachgruppe Nordrhein-Westfalen

"Die elf verfügbaren UKW-Frequenzen in Nordrhein-Westfalen werden an den deutsch-türkischen Radiosender Metropol FM vergeben." Das hat die Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) beschlossen (Mitteilung). Noch unmittelbar vor der Entscheidung hatte der Verband Lokaler Rundfunk in NRW versucht, Einfluss zu nehmen. "Bei der Vergabe geht es um mehr als die Entscheidung für oder gegen einen Sender", hatte Fritz-Joachim Kock, der Vorsitzende des VLR erklärt.

Zwölf Radiounternehmen hatten nach der Ausschreibung der Frequenzen bei der LfM ihr Interesse bekundet. Der von den nordrhein-westfälischen Zeitungsverlagen beherrschte Lokalfunk versuchte mit dem Angebot deinfm eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, als es den bisherigen Lokalsendern gelingt. Die Anregung, deinfm zu gründen, war vom Zeitungsverlegerverband NRW bereits 2010 diskutiert worden. In Ostwestfalen-Lippe werden seit 2012 Sendungen im Programm der dortigen Lokalsender und als Stream im Internet angeboten.

Gesellschafter an der deinfm GmbH & Co. KG (Handelsregister Düsseldorf HRA 22913) sind auch die RTL Radio Deutschland GmbH (Bertelsmann) und der hessische Verlegerzusammenschluss Hit Radio FFH. Geschäftsführer der deinfm GmbH & Co. KG ist der frühere Generalsekretär der NRW-CDU, Hendrik Wüst, zugleich Landtagsabgeordneter, Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbandes Nordrhein-Westfalen, des Verbandes der Betriebsgesellschaften Nordrhein-Westfalen und der Pressefunk GmbH & Co. KG.

"Diese Vergabe an die rheinland-pfälzische Verlagsgruppe Schaub ist eine Entscheidung gegen den Lokalfunk in Nordrhein-Westfalen", heißt es in einer Erklärung des Verbands Lokaler Rundfunk in NRW und des Verbands der Betriebsgesellschaften in NRW.

Metropol FM ist Tochterunternehmen der Deutschen Medien-Union (Tageszeitung Die Rheinpfalz, Freie Presse Chemnitz, mit Beteiligungen an Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung, Süddeutsche Zeitung) aus Ludwigshafen und sendet überwiegend auf Türkisch. Zu den Sendergebieten zählen bisher Berlin, Stuttgart, Mainz und Koblenz.

24. Januar 2014