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Sprachenvielfalt der Deutschen Welle nachhaltig sichern

Sprachenvielfalt der Deutschen Welle nachhaltig sichern

dju Landesfachgruppe Nordrhein-Westfalen

Beschäftigte der Deutschen Welle aus den 30 Sprachredaktionen des Senders demonstrierten gestern in Bonn gegen die Sparpläne des DW-Intendanten Peter Limbourg und für den Erhalt der Sprachen- und Programmvielfalt in der Deutschen Welle.

Unter dem Motto “Die DW spricht viele Sprachen – damit die Welt uns versteht” sollte gegen den Arbeitsplatzabbau und die geplante Schließung von zehn Sprachredaktionen sowie drei von vier TV-Programmen (Deutsch, Spanisch, Arabisch) demonstriert werden. Nach den Plänen Limbourgs sollte die Deutsche Welle zu einem rein englischsprachigen Nachrichtenkanal umgebaut werden, alle anderen Sprachen auf der Strecke bleiben.

Sprachen- und Programmvielfalt gegen eingeschränkte Medienfreiheit

Die Teilnehmer der Deutsche Welle-Demo in Bonn Jürgen Seidel DW Demo Teilnehmer

Aber gerade die hohe Regionalkompetenz und die Sprachenvielfalt sind das Alleinstellungsmerkmal des deutschen Auslandssenders. Viele Menschen hätten ohne die Regionalprogramme der Deutschen Welle in der ganzen Welt überhaupt keinen Zugang zu unabhängigen Informationen. Dies ist besonders gefährlich in Regionen oder Ländern, wo Medienfreiheit und Medienvielfalt nicht existieren oder sich in massiver Bedrängnis finden. Ein Beispiel hierfür ist Ungarn, wo Viktor Orbán seit Jahren versucht, der Unabhängigkeit der Medien den Gar auszumachen. Schon jetzt gibt es dort kein Programm der Deutschen Welle mehr – obwohl dies bitter nötig ist!

Bundesregierung: Deutsche Welle bekommt zwölf Millionen zusätzliche Mittel jährlich

Am Abend vor der Demonstration in Bonn wurde allerdings bekannt, dass die Bundesregierung der Deutschen Welle ab 2016 12 Millionen jährlich zusätzlich bewilligt. Sollten diese Mittel mit Bedacht und überlegt eingesetzt werden, wären die Sprachen- und Programmvielfalt sowie der Ausbau des englischsprachigen Fernsehkanals und die crossmedialen Sendewege finanziell gesichert. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

DW-Umbau mit Bedacht – Sprachenvielfalt nachhaltig sichern

Und so demonstrierten die DW-Mitarbeiter nun unter dem Motto „Jetzt erst recht: DW-Umbau mit Bedacht – Sprachenvielfalt nachhaltig sichern“. Dazu Wolfgang Uellenberg-van Dawen: "Der Rundfunkrat, der Verwaltungsrat und auch der Bundestag haben mehrheitlich die Reform des Senders gebilligt. Diese muss nun vernünftig umgesetzt werden. Es macht keinen Sinn, die Welle auf einen englischen Nachrichtenkanal zu reduzieren und Personal in den Redaktionen, der Technik und der Verwaltung abzubauen. Alle Beschäftigten, ob Freie, feste Freie oder fest Angestellte, brauchen Sicherheit. Wir sind für eine Optimierung des englischen TV-Kanals, für neue und moderne Technik, aber es muss auch klar sein, dass die 30 Redaktionen, die in den jeweiligen Sprachen ein wirklich gutes Programm machen, das auch weiterhin tun können. Die Deutsche Welle muss im internationalen Chor der Medien hör- und sichtbar sein."

Man sei der Politik für die Bewilligung der zusätzlichen Mittel dankbar, aber solange noch nicht klar sei, wie das Geld genau eingesetzt werde, bleibe man in Protesthaltung, so der DW-Personalratsvorsitzende Klaus Enderle.

24. Februar 2015