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Horst Röper beschreibt zunehmende Pressekonzentration

Horst Röper beschreibt zunehmende Pressekonzentration

Media Perspektiven

Die Pressekonzentration in der Zeitungsbranche setzt sich fort. Besonders betroffen von dieser Entwicklung ist Nordrhein-Westfalen. Rund 45 Prozent der Bevölkerung haben inzwischen keine Auswahl mehr, wenn es um die Berichterstattung über lokale Ereignisse geht. Viele Lokalredaktionen sind geschlossen worden. Das berichtet der Dortmunder Zeitungsforscher Horst Röper in seinem neuen Bericht über den Zeitungsmarkt im ersten Quartal 2014.

"Gravierend für die wirtschaftliche Situation der Tageszeitungen ist das stark nachlassende Interesse der werbenden Wirtschaft", schreibt Röper. In seinem Bericht befasst er sich unter anderem besonders mit der Funke Mediengruppe, Essen, dem Verlag M. DuMont-Schauberg, Köln, sowie der Rheinisch-Bergischen Verlagsgesellschaft, Düsseldorf, und ihren Zeitungen.

Gab es um die Jahrtausendwende noch 15.300 Stellen für Tageszeitungsredakteure, so sind es gegenwärtig nur noch knapp 13.300 "mit sinkender Tendenz. Die Mehrzahl der entfallenden Stellen sind in Lokalredaktionen gestrichen worden", hat Röper festgestellt. Die Einsparungen würden die redaktionelle Qualität der Zeitungen gefährden.

"Dennoch ist der in der Presse oft genutzte Terminus des Zeitungssterbens im Zusammenhang mit sinkenden Auflagen nicht gerechtfertigt." Der Auflagenverlust sei weder Ursache noch Folge eines Zeitungssterbens, erklärt er. "Vom Markt sind in den letzten Jahren nur wenige Titel vollständig verschwunden. Aber gerade der im deutschen Markt dominante Typ der Regionalzeitung hat in den letzten Jahren etliche Lokalausgaben eingestellt und sich damit auf das jeweilige Kernverbreitungsgebiet zurückgezogen."

Die Studie wird jeweils im Abstand von zwei Jahren vom FORMATT-Institut, Dortmund, zusammengestellt. Mehr (PDF-Datei) . . .

21. Juni 2014