dju OWL

Nur geringe Unterschiede zwischen dju- und DJV-Mitgliedern

Nur geringe Unterschiede zwischen dju- und DJV-Mitgliedern

dju Ostwestfalen-Lippe

80,5 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage geben an, einer Berufsorganisation der Journalisten anzugehören (Grafik 7). Insbesondere die dju und der DJV haben einen hohen Organisationsgrad in den ostwestfälisch-lippischen Tageszeitungsverlagen.

Grafik 7: 80,5 Prozent aller Umfrageteilnehmer gehören einer Berufsorganisation an. dju OWL Grafik 7: 80,5 Prozent aller Umfrageteilnehmer gehören einer Berufsorganisation an.

Dabei unterscheiden sich die Antworten deutlicher in der Betrachtung nach Zeitungsverlagen als zwischen den beiden Gruppierungen. Beim Vergleich (Grafik 8a) fällt auf, dass die DJV-Mitglieder bei der längerfristigen Orientierung (rechte Spalte des Fragebogens) etwas mehr Gewicht auf Tarifbindung und Tariftreue legen und auf die Einhaltung der tariflichen Arbeitszeit. Letzteres wird noch deutlicher bei der Gegenüberstellung der Kern-Ziele (Grafik 8b).

Die DJV-Mitglieder geben zudem der Vergütung von Bereitschaftsdiensten und dem Thema Gehaltserhöhung eine größere Bedeutung. "Freiwerdende Stellen wieder besetzen" wird in beiden Organisationen für wichtig gehalten, allerdings mit unterschiedlicher Zeitperspektive. DJV-Mitglieder sehen dies eher als kurzfristiges Ziel einer möglichen Tarifauseinandersetzung an, dju-Mitglieder halten es offenbar für eine längerfristige Aufgabe von großer Bedeutung.

Grafik 8a: Antworten der dju-Mitglieder (rot) und der DJV-Mitglieder (orange). dju OWL Grafik 8a: Antworten der dju-Mitglieder (rot) und der DJV-Mitglieder (orange).

Die dju-Mitglieder betonen - allerdings insgesamt ebenfalls nur geringfügig stärker - die Themenfelder  "Einhaltung der Vergütungsregeln für Freie". Etwas ausgeprägter bei den langfristigen Zielen ist die Forderung nach "Jahres-Anschlussverträge für Volontäre" sowie der erklärte Widerstand gegen Leiharbeit und Zeitverträge.

Die unterschiedlich stark wiedergegebene Abneigung gegen Zeitverträge und - auf deutlich geringerem Niveau - auch die Forderung zur Abschaffung des Tendenzschutzes sind letztlich die beiden Themenfelder, in denen sich die Antworten bei der Gewichtung der längerfristigen Ziele von dju-Mitgliedern am deutlichsten von denen der DJV-Mitglieder unterscheiden.

Grafik 8b: Antworten der dju-Mitglieder (rot) und der DJV-Mitglieder (orange) aus der linken Spalte des Fragebogens. dju OWL Grafik 8b: Antworten der dju-Mitglieder (rot) und der DJV-Mitglieder (orange) aus der linken Spalte des Fragebogens.

Inzwischen haben sowohl dju wie DJV angekündigt, den Gehaltstarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen (PDF-Datei, 308 kB) zum nächstmöglichen Termin, das ist der 31. Juli 2013, kündigen zu wollen. Dies kann bis zum 30. Juni geschehen. Bereits gekündigt zum 31. Juli ist der Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen (PDF-Datei, 237 kB).  Davon unberüht ist zunächst der Manteltarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen (PDF-Datei, 334 kB). Der ist mindestens bis zum 31. Dezember 2013 vereinbart. Er kann mit Halbjahrsfrist jeweils zum Jahresende gekündigt werden.

. . . hier geht es weiter zum  4. Teil

28. Mai 2013

  1. Einleitung: Rege Beteiligung an Fragebogenaktion der dju OWL
  2. Überblick: Höchster Stellenwert für Tarifbindung und Tariftreue
  3. Gewerkschaft: Nur geringe Unterschiede zwischen dju- und DJV-Mitgliedern
  4. Zeitungsverlag: Gemeinsame Richtung, aber zahlreiche Eigenheiten
  5. Jeder für sich: Einzel-Auswertung nach Unternehmen