dju OWL

Gemeinsame Richtung, aber zahlreiche Eigenheiten

Gemeinsame Richtung, aber zahlreiche Eigenheiten

dju Ostwestfalen-Lippe

In der grundlegenden Bewertung einzelner Themen, die in Tarifabsprachen zu regeln sind, unterscheiden sich die ostwestfälisch-lippischen Zeitungsverlage nur wenig. In einzelnen Bereichen gibt es dennoch deutliche Unterschiede (Grafik 9).

Grafik 9: Antworten aus der rechten Spalte des Fragebogens sortiert nach ihrer Bedeutung. Die schwarze Linie zeigt den Durchschnitt, die farbigen die jeweiligen Werte der einzelnen Verlage. dju OWL Grafik 9: Antworten aus der rechten Spalte des Fragebogens sortiert nach ihrer Bedeutung. Die schwarze Linie zeigt den Durchschnitt, die farbigen die jeweiligen Werte der einzelnen Verlage.

Mit einer Ausnahme wird das Thema "Tarifbindung und Tariftreue" in allen Verlagen an erster Stelle genannt. Nur bei der Neuen Westfälischen (NW) liegt das Thema "Freiwerdende Stellen wieder besetzen" knapp vorne. Die Tarifbindung folgt aber dicht auf und liegt auch dort weit vor anderen Fragen.

Das Thema "Freiwerdende Stellen wieder besetzen" rangiert beim Mindener Tageblatt und auch beim Westfalen-Blatt auf Platz 2, bei den übrigen drei Verlagen auf Platz 3. In Ostwestfalen-Lippe hat es keine Entlassungswelle in den Redaktionen gegeben. Es zeichnet sich eher eine schleichende Auszehrung ab, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Unternehmen verlassen, nicht oder nicht in entsprechender Zahl ersetzt werden. Dies führt zu einer Verdichtung der Arbeit, zum Teil zu Qualitätseinbußen, vielfach auch zu einer Verlängerung der Arbeitszeit weit über die tariflichen Grenzen hinaus.

Das Thema "Einhaltung der tariflichen Arbeitszeit" wird besonders dringlich bei der Glocke und dem Haller Kreisblatt genannt. Mit Ausnahme der NW, bei der es seit längerem eine Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeiterfassung gibt, steht es bei den übrigen Verlagen als drittwichtigstes Thema auf der Liste.

Der Tarifvertrag enthält bisher nur unzureichende Vereinbarungen über die Onlinearbeit, die in den Redaktionen geleistet wird. Darüber scheinen sich alle Beantworter des Fragebogens einig zu sein. Bei der Beurteilung der Dringlichkeit zeichnet sich ein Bild ab, das dem jeweilige Online-Engagement der Verlage zu entsprechen scheint.

Es haben sich nur wenige freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verlage bei der Fragebogenaktion selbst geäußert. Den Angestellten ist aber offensichtlich bewusst, dass deren Tätigkeit nicht entsprechend entlohnt wird. Dies geschieht entgegen den für Freie vereinbarten Tarifverträgen. Bei den Antworten aus der Lippischen Landes-Zeitung steht die "Einhaltung der Vergütungsregeln für Freie" auf Platz 2 der Ziele.

In der grundlegenden Einschätzung scheinen sich die Journalistinnen und Journalisten in Ostwestfalen-Lippe einig zu sein. Darüber hinaus gibt es aber eine Vielzahl von unternehmensspezifischen Antworten (Grafik 10), die ihre Ursache in der Situation des einzelnen Hauses, ja vermutlich sogar ihre Ausprägung im jeweiligen redaktionellen Arbeitsplatz

Grafik 10: Die farbige Linie zeigt jeweils den einzelnen Verlag. Die Antworten sind sortiert nach Reihenfolge des Gesamtergebnisses bei der langfristigen Bedeutung (oberes Linienpaar). Die schwarze Linie stellt jeweils den Durchschnittswert aller Antworten der Umfrage dar. Das untere Linienpaar zeigt das jeweilige Ergebnis nach Kern-Zielen, also der linken Spalte des Fragebogens. dju OWL Grafik 10: Die farbige Linie zeigt jeweils den einzelnen Verlag. Die Antworten sind sortiert nach Reihenfolge des Gesamtergebnisses bei der langfristigen Bedeutung (oberes Linienpaar). Die schwarze Linie stellt jeweils den Durchschnittswert aller Antworten der Umfrage dar. Das untere Linienpaar zeigt das jeweilige Ergebnis nach Kern-Zielen, also der linken Spalte des Fragebogens.

. . . hier kommt jetzt die Einzeldarstellung nach Verlagen

28. Mai 2013

  1. Einleitung: Rege Beteiligung an Fragebogenaktion der dju OWL
  2. Überblick: Höchster Stellenwert für Tarifbindung und Tariftreue
  3. Gewerkschaft: Nur geringe Unterschiede zwischen dju- und DJV-Mitgliedern
  4. Zeitungsverlag: Gemeinsame Richtung, aber zahlreiche Eigenheiten
  5. Jeder für sich: Einzel-Auswertung nach Unternehmen