dju OWL

Geschäftsführer der SPD-Holding ddvg stellt Tarife in Frage

Geschäftsführer der SPD-Holding ddvg stellt Tarife in Frage

dju Ostwestfalen-Lippe

Jens Berendsen, Geschäftsführer der SPD-Medienholding ddvg, hat die aktuell für die Beschäftigten der Mediengruppe Madsack geltenden Tageszeitungstarifverträge im Gespräch als „nicht mehr zeitgemäß“ bezeichnet, berichtet der Konzernsbetriebsrat der Firmengruppe. Die ddvg ist mit 23,1 Prozent an Madsack (Hannover) beteiligt. Die SPD-Medienholding ist darüber hinaus zum Teil über Tochterfirmen Teilhaber an zahlreichen weiteren Verlagen. Sie verfügt einzig bei der Neuen Westfälischen (Bielefeld) über eine Mehrheit an einer Tageszeitung.

Im Gespräch mit dem Konzernbetriebsrat (KBR) habe Berendsen erklärt, dass eine Umsatzrendite von mindestens zehn Prozent ein Muss sei. Er habe bedauert, dass die Verleger vor zwei Jahren in der Tarifrunde für Tageszeitungsredakteure mit einem Billig-Tarif für neu Eingestellte am heftigen Widerstand der Beschäftigten gescheitert seien.

Der KBR habe entgegnet, dass gerade die ddvg eine hohe Verantwortung für die Arbeitsbedingungen im Madsack-Konzern trage. Es passe nicht zusammen, wenn auf der einen Seite zweistellige Renditen gefordert werden und andererseits Tarifgehälter nicht mehr finanzierbar sein sollen.

Berendsen habe sich Probleme und Missstände notiert, die einzelne Betriebsräte vorgetragen hätten. Dabei ging es auch um den Leiharbeiter-Einsatz von Photowerk bei Madsack in Wolfsburg, Gifhorn und Peine. Zum gesetzlichen Mindestlohn legte Berendsen ein Bekenntnis ab. Dieser werde aber insbesondere die Zeitungszustellung deutlich verteuern.

Der KBR hatte die für die ddvg zuständige SPD-Bundesschatzmeisterin Barbara Hendricks eingeladen, nachdem gemeldet worden war, dass die ddvg „Druckereien nicht mehr als Kerngeschäft“ betrachte. Mit Verweis auf wichtige Abstimmungen, die zeitgleich im Bundestag stattfanden, hatte Barbara Hendricks ihre Teilnahme an dem Gespräch abgesagt.

12. Mai 2013

Kontakt