dju OWL

Aufruf zum Warnstreik am Dienstag, 17. Dezember 2013

Aufruf zum Warnstreik am Dienstag, 17. Dezember 2013

dju Ostwestfalen-Lippe

Zum Warnstreik am Dienstag. 17. Dezember, werden von 6 bis 24 Uhr die Redakteurinnen, Redakteure und Volontärinnen, Volontäre sowie freie Journalistinnen und Journalisten in den Verlagen Haller Kreisblatt, Lippische Landes-Zeitung, Neue Westfälische, Westfalen-Blatt, Mindener Tageblatt, Mindener Tageblatt Online/Service GmbH, Vlothoer Anzeiger, Die Glocke, Herforder Kreisblatt, Zeitungsverlag für das Hochstift Paderborn und Panorama-Verlag-& Werbeges. mbH aufgerufen vom ver.di-Bundesvorstand, Fachbereich Medien, Kunst und Industrie.

Um 10.30 Uhr findet eine Kundgebung vor dem Verlagsgebäude des Mindener Tageblatts,  Obermarktstraße 26 - 30, statt. Hier berichten Teilnehmer aus der Verhandlungskommission. Die Verleger verweigern bisher eine angemessene Gehaltserhöhung und haben den Manteltarifvertrag zum Jahresende gekündigt. Zusätzlich  werden  auch  Beschäftigte aus dem Verlag und Druckhaus ihren Protest gegen die geplanten Entlassungen und Ausgliederungen vortragen.

Der Warnstreik dient der Durchsetzung der Tarifforderungen der dju in ver.di . . .

  • dem Neuabschluss des Gehaltstarifvertrages für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen mit Gehaltserhöhungen um 5,5 Prozent;
  • dem Neuabschluss des Tarifvertrages für arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen mit Honorar- und Pauschalenerhöhungen um 5,5 Prozent;
  • der Einbeziehung von Onlinejournalistinnen und -journalisten in die Tarifverträge.

Die Verträge werden verhandelt mit den im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. organisierten Landesverbänden der Zeitungsverleger. Die nächste Verhandlung findet am 18. Dezember 2013 in Berlin statt.

  • Entwurf eines Briefes an den BDZV:

    An die Verhandlungskommission
    des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger
    zu Hd. Georg Wallraf / Dr. Sonja Boss
    Maritim-Hotel Pro Arte
    Friedrichstraße 151
    10117 Berlin 


    Sehr geehrte Damen und Herren der Verhandlungskommission
    sehr geehrte Frau Dr. Boss, sehr geehrter Herr Wallraf,
     
    wir sind es leid. Schon lange. Seit Jahren arbeiten wir am Limit: mehr Anforderungen durch Internet, Verdichtung in den Redaktionen, Personalmangel, Qualitäts- und Aktualitätsdruck. Gleichzeit streichen die  Ihrem Verband angehörenden Tageszeitungen  Stellen,  senken Gehälter und Honoraretats, lagern MitarbeiterInnen in tariflose Service-Firmen aus. Wir haben kaum noch Zeit für unsere Familien; junge Kollegen sehen sich oft nicht mehr in der Lage, überhaupt noch eine Familie zu gründen. Aber Sie wollen unsere Arbeit weiter verdichten und unsere Einkommen weiter massiv kürzen. Sie wollen außerdem die Arbeitsbedingungen, die der Manteltarifvertrag festlegt, weiter verschlechtern.
     
    Für die Leserinnen und Leser unserer Zeitungen, unserer E-Paper und unserer Internetauftritte sind die Qualitätseinbußen längst spürbar. Bei gleichzeitiger Erhöhung der Bezugspreise sinken durch Ihre Kürzungen die Qualität und die inhaltliche Vielfalt der Produkte. Wir können nicht mehr die journalistische Qualität leisten, die wir gerne erbringen würden und die Sie zum Fortbestand  Ihrer Unternehmen benötigen. Sie sind auf dem Weg, die deutschen Tageszeitungen kaputtzusparen und Arbeitsplätze leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
     
    Nur faire Arbeitsbedingungen können die Zukunft der Tageszeitungen sichern und wieder mehr junge Leute für den Beruf interessieren, ganz gleich, auf welchem Trägermedium sie den Leser erreichen. Das ist ohne Beibehalten des Manteltarifvertrags für uns nicht denkbar.
     
    Wir fordern Sie deshalb auf, Ihr unsägliches "Tarifwerk Abbau" einzustampfen. Wir werden nicht hinnehmen, dass Sie unseren Mantel zerlegen. Sonst sieht unser aller Produkt bald so abgewrackt aus, wie der Mantel, den Sie mit diesem Paket erhalten.

    Für die streikenden Redakteurinnen und Redakteure aus Ostwestfalen-Lippe:
     
    Frank Bell                                                      Norma Langohr
    Bezirksvorsitzender                                        Bezirksvorsitzende
    der dju in ver.di                                             des DJV 

16./17. Dezember 2013

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