dju OWL

Mehr als 100 Streikende in Ostwestfalen-Lippe

Mehr als 100 Streikende in Ostwestfalen-Lippe

dju Ostwestfalen-Lippe

110 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen aus ganz OWL folgten am Donnerstagmorgen dem Aufruf des DJV und der dju in Verdi und bestreikten ihre Verlage. Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen um den Mantel- und den Gehaltstarif bei Redakteuren/-innen an Tageszeitungen in Deutschland.

Aus Sicht der Redakteure formulieren die Arbeitgeber in den Verhandlungen unzumutbare Forderungen nach Verschlechterungen beim Gehalt und allen anderen Leistungen für ihre Belegschaften in den Redaktionen.

Protestversammlung in der Ravensberger Spinnerei Bielefeld Dirk Toepper Protestversammlung in der Ravensberger Spinnerei

"Unsere Gewerkschaften haben deutlich gemacht, dass sie keinen Vertrag unterschreiben werden, der Verschlechterungen für uns beinhaltet", erklärte Frank Bell vor den Streikenden im großen Saal der Volkshochschule im Ravensberger Park. Das sei eine klare Ansage, die es jetzt durchzusetzen gelte, so der OWL-Bezirksvorsitzende der dju in Verdi.

Nach der Begrüßung lud Bell die Kolleginnen und Kollegen ein, ihre Forderungen an die Verleger, an die Verhandlungskommissionen der Gewerkschaften und Vorschläge für ein Streiktransparent einzubringen.

Jeanette Salzmann (Neue Westfälische), Corina Lass (Mitglied des dju-Landesvorstandes) und Detlef Hans Serowy (Stellvertretender Vorsitzender des OWL-Bezirksvorstandes der dju in Verdi) moderierten anschließend Arbeitsgruppe, in denen die Forderungen und Vorschläge formuliert wurden.

"Ich freue mich über die sehr gute Beteiligung am Streik", erklärte Frank Bell angesichts des gut gefüllten großen Saales.

Forderungen an die Verleger

Forderungen an die Verleger dju OWL Forderungen an die Verleger
  1. Schluss mit einer Personalpolitik, bei der Hilfskräfte ausgebildete Redakteure ersetzen sollen!
  2. Freizeitausgleich für permanente Mehrarbeit;
  3. Achtung vor unserer Arbeit;
  4. Arbeitszeiterfassung;
  5. Vergütung bzw. Freizeitausgleich für Rufbereitschaft;
  6. Junge Kollegen nicht gegen alte Kollegen ausspielen - und umgekehrt;
  7. Nehmt uns einfach mal ernst;
  8. 9 freie Wochenenden außerhalbe der Urlaubszeit - für Sportredakteure derzeit ein Illusion!
  9. Mehr Wertschätzung für Arbeit und Einsatz;
  10. Weihnachtsgeldkürzung bei Krankheit ist an Angriff auf soziale Grundpfeiler;
  11. Nicht nur als Kostenfaktor wahrgenommen werden;
  12. Keine 12-Tage-Schichten mehr;
  13. Endlich Ressortleiter, die darauf achten, die neun freien Wochenenden für Sportredakteure zu gewährleisten. Die sind tariflich festgeschrieben. Niemand scheint seit Jahren darauf zu achten.
  14. Faire Behandlung bei "verdienter" Bezahlung;
  15. Onlineberichte sind Qualitätsjournalismus - Nutzer sllen auch zahlen;
  16. Keine Zweiklassengesellschaft in Redaktionen: Jung/Alt, Newsdesk/Reporter;
  17. Redaktionsstellen mit Redakteuren besetzen;
  18. Ordentliche Verträge für ordentliche Arbeit;
  19. Unbefristete Verträge für Jungredakteure;
  20. Raum für Recherche und Eigenleistung lassen;
  21. Nicht den Ast absägen, auf dem wir alle sitzen;
  22. Gute Redakteure machen ihren Job gerne. Doch schlechte Bezahlung nimmt auch dem größten Idealisten Kraft und Motivation;

Forderungen an die Tarifkommissionen der Gewerkschaften

Forderungen an die Tarifkommissionen der Gewerkschaften dju OWL Forderungen an die Tarifkommissionen der Gewerkschaften

20. Februar 2014

Kontakt