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Lesen gegen das Vergessen

Lesen gegen das Vergessen

dju Ostwestfalen-Lippe

Zum Lesen gegen das Vergessen ruft die Buchhandlung Mondo, Partnerbuchhandlung der Büchergilde Gutenberg, Elsa-Brändström-Str. 23 in Bielefeld, am Samstag, 10. April auf. Anlässlich des 81. Jahrestages der Bücherverbrennung im nationalsozialistischen Deutschland, bei der öffentlich zehntausende Werke von jüdischen, marxistischen und Schriftstellern vernichtet wurden, lesen Eleonore Franckenstein, Almuth und Herbert Wessel aus den Schriften von Ernst Toller. Toller galt als einer der maßgeblichen Führungspersonen der Münchener Räterepublik von 1919 und wurde sechs Jahren inhaftiert. Er war in den 1920-er Jahren einer der bekanntesten lebenden Dramatiker deutscher Sprache. Die Lesung beginnt um 20 Uhr.

Am Sonntag, 18. Mai, ab 11 Uhr liest Almuth Wessel liest Geschichten von Theodor Fontane, Bertold Brecht sowie Kurt Tucholsky und macht sich zusammen mit Hugo von Hofmannsthal Gedanken über die Relativität von Altwerden und Zeit haben. Die Matinee mit Geschichten rund ums Thema Altwerden und Zeit in der Buchhandlung Mondo trägt den Titel: "Nein, ich will keinen Seniorenteller".

Anja Röhl, Stieftochter Ulrike Meinhof, kommt am Freitag, 23. Mai, um 20 Uhr in der Buchhandlung Mondo.  Anja Röhl blieb ihr verbunden, als sie bereits als Terroristin gesucht wird, besuchte sie im Gefängnis, schrieb ihr Briefe, obwohl sie Ulrike Meinhofs politische Positionen nicht teilte. "Kind sein heißt allein sein, schuld sein, essen müssen, schlafen müssen, brav sein müssen. Kind sein heißt, sich nicht wehren zu können." So erlebt Anja Röhl ihre Jugend in den 1950-er und 1960-er Jahren. Im Arbeiterviertel Hamburg-Barmbek herrscht die Dumpfheit der Nachkriegszeit. Die Mutter, als geschiedene Alleinerziehende ausgegrenzt, ist ständig überfordert und kommt erst spätabends nach Hause; den Vater, übergriffig und manipulierend, aber von der linken Schickeria hofiert, sieht sie nur selten; die Altnazi-Großeltern bieten bei kurzen Besuchen noch die meiste Wärme. So heißt es im Einladungstext für die Autorenlesung von Anja Röhl aus ihrem Buch "Die Frau meines Vaters".

4. Mai 2014

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